• Maren

5 Tipps die gegen Schimpftiraden helfen

Schimpfen nutzen wir häufig, um unseren angestauten Emotionen ein Ventil zu bieten und eine angespannte Situation zwischen den Kindern und uns zu lösen oder einzudämmen.

In den letzten Wochen haben wir uns in der Familie viel mit dem Thema: "Erziehen ohne Schimpfen" beschäftigt. Es hat sich vieles verändert und manches sehr entspannt. Es ist ein schönes Thema, was sich lohnt einmal genauer zu betrachten.



In unserer Familie setzte die Entspannung und Ruhe mehr und mehr durch den veränderten Blickwinkel ein. Wir haben wieder hingesehen, was die Auslöser für Konflikte sein könnten und was uns stresst. Wir haben begonnen jeden Einzelnen wieder ernst- und wahrzunehmen. Damit meine ich nicht nur die Kinder.

Wie sollen wir in stressigen Situationen gelassen reagieren, wenn es für uns persönlich als Erwachsene keine Pausen und Auszeiten gibt, wo wir uns einfach als Mensch spüren dürfen und Dinge tun, die den Akku wieder aufladen? Wie wir das angegangen haben, beschreibe ich euch im kommenden Beitrag. Für heute nehme ich erst einmal den Umgang mit schwierigen Situationen zwischen Kindern und Eltern oder auch Geschwistern unter die Lupe.

Hier findet ihr 5 Ideen, die man alternativ zum Schimpfen einsetzen kann und die für mehr Harmonie in der Familie sorgen.


Welche Alternativen haben wir, um Kindern Grenzen aufzuzeigen ohne zu schimpfen?


1. Klarheit und Achtsamkeit sind Schlüsselfaktoren

Nachdem ich mir bewusst geworden bin, wie sehr ich in stressigen Situationen abgelenkt bin und mich manche Dinge einfach nur sehr genervt haben, hat es natürlich geholfen sich auf die Situation einzustellen und alles andere für einen Augenblick hinten anzustellen. Dabei ist mir auch aufgefallen, wie nachgiebig ich manchmal war, nur um schnell Ruhe zu bekommen. Hier begann aber ein Teufelskreis. Je nachgiebiger ich war, desto intensiver wurden auch weitere Grenzen ausgetestet.




Klarheit und Standfestigkeit bringen hier wieder Ruhe und Gelassenheit. Kinder wollen, dass wir ihnen ein Geländer bieten, an dem sie sich orientieren können. Je willkürlicher wir diese einfordern, umso unsicherer und fordernder werden sie. Es lohnt sich daher an manchen Stellen einfach klar die Grenze aufzuzeigen und dann daran festzuhalten. Hier muss ich nicht schimpfen. Mir hilft das innere Bild einer alten standhaften Eiche dabei, um mich aufzurichten und klar aufzutreten. "Ich möchte jetzt, dass es leise im Zimmer ist und keiner mehr tobt." Natürlich werden Kinder immer wieder versuchen diese Grenzen auszutesten, aber ich halte so lange daran fest, bis es wieder alleine klappt.

"Wir legen nichts anderes in den Einkaufskorb, als das was auf dem Zettel steht." Manchmal muss ich dann an einem Regal warten und klar sagen, dass wir den Einkaufsmarkt nicht verlassen, ohne dass der Schokoriegel wieder ins Regal gelegt wird, aber schon beim zweiten Einkauf klappt es wieder besser.



Ihr könnt eure Kinder auch in den Einkauf einbinden, in dem sie Kleinigkeiten suchen und einpacken. Häufig ist Kindern im Einkaufsmarkt einfach langweilig und sie sind dankbar, um jede Möglichkeit sich nützlich zu machen.

Klarheit und eine innere Haltung bringen viel Entspannung.


2. Zeit zum Nachdenken gewinnen

Wenn Kinder etwas ganz unbedingt wollen, betteln, schreien und jammern und es vor lauter Wille gar nicht mehr aushalten können, hilft manchmal eine kleine Verschnaufpause. Mitten im Fordern der Kinder sich selbst einen Moment für das Überdenken einer Entscheidung zu geben, hilft die Klarheit und Festigkeit unserer Grenzen auch einzufordern.



"Ich will jetzt ein Eiiiiiiisssss!" Meist können Kinder solche Forderungen in den unpassensten Momenten hervorbringen und uns dann auch noch zu Entscheidungen drängen, die in dieser Situation völlig unpassend ist. "Warte einen Moment, ich muss kurz darüber nachdenken. Es tut mir leid, aber heute ist es zu kalt für ein Eis." Meist fordern die Kinder dann gar kein Eis mehr ein sondern akzeptieren unsere Haltung und wir fühlen uns nicht völlig überrumpelt in eine unsinnige Situation gebracht.


3. Kleine Auszeiten in den Alltag einbauen

Auch unsere Kinder sind in der heutigen Zeit viel Stress ausgesetzt. Oft sind sie unter der Woche lange weg und vielen Reizen ausgesetzt. Viele Kinder saugen die Eindrücke lange auf und verarbeiten sie zu Hause. Das äußert sich in Wutanfällen, Nachtschrecks oder absoluter Unruhe und Streitlust.


Sobald uns das bewusst wird, müssen wir Ruheoasen schaffen. Termine absagen und selbst einen Gang runterschalten, helfen Kinder in ein vertieftes Spiel und damit einer Möglichkeit das Erlebte zu verarbeiten. Auch eine lange (mind. zwei stündige Waldwanderung) mit einer ausgedehnten Pause an einem schönen Ort wirken wahre Wunder.


4. Humor ist, wenn man trotzdem lacht...

Eine wahre Zauberformel für angespannte Situationen sind Fantasie und Humor. Manchmal lassen sich schwierige Situationen mit kleinen Geschichten einfangen. Gerade die Abendzeiten, wo Müdigkeit jede Normalität sprengt, lassen sich mit sprechenden Waschlappen, Zahnarztspielen oder Liedern entspannen.



Auch der Humor hilft uns aus erstaunlich vielen Situationen. Nehmen wir nicht alles so ernst. Manchmal sind gerade in den größten Wutanfällen komische Tanzeinlagen, selbstgedichtete Lieder oder witzige Spielchen ein Ausweg.


5. Fühlen wir uns nicht persönlich angegriffen

Grundsätzlich gilt: In den seltensten Fällen rasten Kinder einfach nur aus um uns zu ärgern. Wenn wir davon ausgehen, dass Kinder nicht uns ärgern wollen sondern auf etwas aufmerksam machen wollen, entspannt es uns ganz häufig von alleine und wir können dem Problem ruhiger auf den Grund gehen. Manchmal ist es ein Hinweis darauf, dass das Kind mehr gesehen werden möchte, klarere Grenzen braucht oder einfach gestresst ist.



Je mehr ich mir die Zeit genommen habe, die Problemstellen zu beleuchten, desto mehr bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es gar nicht darum geht auf Biegen und Brechen das Schimpfen zu unterlassen. Vielmehr müssen wir wieder im Hier und Jetzt ankommen, den Kindern zugewandt sein und unsere Regeln klar einfordern. Doch all das gelingt nur, wenn auch wir auch unsere Bedürfnisse in der Familie geltend machen. Dazu gehört es sicher auch, dass wir nicht mühsam beherrscht versuchen nicht mal laut zu werden, wenn unser Kind haut oder etwas zerstört an dem wir hängen. Wir haben auch Gefühle und sollten authentisch für unsere Kinder sein. "Das ärgert mich wirklich." oder "Das Hauen hört sofort auf, das tut mir weh und das möchte ich nicht.", sind Sätze, die Kindern auch vor Augen führen, dass auch wir Menschen mit Emotionen sind.




Sind wir nicht gar so streng mit uns selbst und lenken wir den Blick auf die wirkliche Not der Kinder und uns, leben wir schnell wieder in einer liebevollen Beziehung miteinander.

Im kommenden Artikel möchte ich ein ein paar Ideen vorstellen, die mir geholfen haben im Alltagschaos wieder Zeit für meine eigenen Träume und Ideen zu finden und die viel Ruhe und Zufriedenheit gebracht haben, einfach nur, weil auch wir Erwachsenen wichtig sind.

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