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  • Maren

Der Wald stärkt unser Immunsystem

Aktualisiert: Apr 20

Wir planen eine kleine Auszeit im Wald. In den letzten Tagen haben sich viele Termine und Aufgaben angestaut. So langsam wächst der Stress und wir wissen gar nicht, wo wir beginnen sollen. Also lassen wir alles stehen und liegen und werden unsere Gedanken erst einmal im Wald zur Ruhe kommen lassen.



Kennt ihr das? Kaum seid ihr im Wald angekommen und seht um euch herum das satte Grün, hört das Zwitschern der Vögel und das Rauschen der Blätter im Wind, werdet ihr ruhiger und eure Gedanken fahren langsamer Karussell. Häufig fühlt man sich gleich befreiter und atmet ruhiger.


Danach gehen die Alltagsaufgaben meist mit voller Kraft und Elan wieder schneller von der Hand.

Erstaunlicherweise hat ein langer Spaziergang durch den Wald eine derart beruhigende Wirkung, dass wir häufig sehr gelassen und entspannt wieder zu Hause ankommen.


Da liegt die Frage natürlich nahe: Was ist es, was einen derartigen Wirkmechanismus auf unseren Körper ausübt, um solch einen beruhigenden Effekt zu erzielen?


Dazu habe ich eine ganze Menge spannender Fakten in verschiedenen Büchern gefunden und werde euch hier ein paar davon beschreiben.




Dass ein Besuch im Wald heilend wirkt, ist vielen bekannt. Warum das so ist, erforschen u.a. japanische Wissenschaftler, unter der Leitung des Medizinprofessors Qing Li, seit 2012 an Universitäten des Landes mit einem eigenen Studiengang, nämlich der Waldmedizin. Diese Studien sind noch sehr jung und die Forschung steht noch am Anfang. Jedoch scheint es erste Erkenntnisse zu geben, dass in der Luft hochkomplexe Stoffgemische enthalten sind, die durch Pflanzen ausgesendet werden.


Wissenschaftler glauben herausgefunden zu haben, dass diese botanischen Duftstoffe von Bäumen unter anderem zur Kommunikation genutzt werden.

Diese wiederum stärken bei der Einatmung unser Immunsystem.


Die menschlichen Killerzellen werden durch den Besuch im Wald um ein vielfaches erhöht. Verschiedene Studien sprechen davon, dass alleine ein Tag im Wald die Killerzellen um 40% erhöht und diese für etwa 7 Tage im Blut nachweisbar sind. Killerzellen haben im menschlichen Körper die Aufgabe Krankheitserreger und potenzielle Krebszellen zu bekämpfen.

In den Monaten April und Mai steigt die Konzentration der sekundären Pflanzenstoffe (sogenannte Terpenoide) stark an und findet in den Sommermonaten ihren Höhepunkt. Besonders von Nadelbäumen geht eine starke Wirkung aus.




Der Wald und seine Bedeutung für Kinder


Je länger wir also im Wald verweilen, desto entspannter werden wir und steigern gleichzeitig unser Immunsystem.

Die beruhigende Wirkung der natürlichen Umgebung könnt ihr auch bei euren Kindern beobachten. Wenn ein Tag sehr stressig begonnen hat, wird es mit einem Besuch im Wald meist deutlich entspannter.



Besonders in Zeiten wie diesen ist es wichtig gesund zu bleiben und das eigene Immunsystem sowie das unserer Kinder zu stärken.






Wie kann man einen Waldbesuch mit Kindern zu einem Erlebnis machen?


Einen Spaziergang in die Natur mit Kindern kann man sehr spannend und unterhaltsam gestalten.

Eine abwechslungsreiche Möglichkeit ist, den Kindern kleine Beutelchen in die Hand zu geben mit dem Auftrag etwas Schönes zu suchen und einzupacken.



Ihr werdet staunen, was in den Augen der Kinder alles außergewöhnlich schön ist. Besonders effektvoll wird das Ganze, wenn ihr als Vorbilder einfach mitmacht. Nach einer Weile sind die Kinder so in ihrer Suche vertieft, dass diese Unterstützung nicht mehr von Nöten sein wird.

Lässt die Konzentration und Freude am Sammeln langsam nach, wird es Zeit für eine kleine Pause. Gemeinsam mit den Kindern kann man sich einen schönen Platz auf umgefallenen Bäumen oder moosbedecktem Boden aussuchen.




Nun können die Kinder ihre Schätze zeigen und darüber erzählen. Das regt die Sinne an und fördert die Sprachentwicklung unserer Kinder.



In der Ruhepause kann es sehr wohltuend - auch für uns Erwachsenen - sein, wenn wir unseren Blick nicht ständig umherschweifen lassen, sondern für ca. 30 Sekunden an einer Stelle festheften. Mit ein bisschen Übung hilft es, unheimlich schnell zur Ruhe zu kommen. Zudem schult man die Wahrnehmungsfähigkeit und entschleunigt für einige Augenblicke den Alltag.




Solltet ihr Interesse haben Näheres über die heilende Wirkung des Waldes zu lesen, empfehle ich euch folgende Bücher:



  • Qing Li: Die wertvolle Medizin des Waldes; Wie die Natur Körper und Geist stärkt 

  • Joseph Scheppach: Das geheime Bewusstsein der Pflanzen

  • Peter Wohlleben: Das geheime Leben der Bäume

  • Gerd und Marlene Haerkötter: Das Geheimnis der Bäume

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