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  • Marietheres

Entspanntes Wickeln - auch wenn der Bewegungsdrang wächst

Von Anfang an begleitet uns das Wickeln unseres Babys durch den Alltag. Vielleicht ist es zu Beginn noch eine kleine Herausforderung, weil wir nicht recht wissen, wie wir unser Baby anfassen und wie die Windel wieder angebracht wird. Aber nach kurzer Zeit wird es zur Routine und wir genießen den Moment mit unserem Baby zu erzählen, ihm etwas vorzusingen usw.

Spannend wird es aber, wenn unser Kleines immer mobiler wird und die Lust still dazuliegen und der Mama oder dem Papa andächtig zuzuhören, rapide abnimmt. Dann wir das Wickeln manchmal zur Tortur und alle Beteiligten sind froh, wenn der Turnakt geschafft ist.

Doch das muss gar nicht sein, denn oft können wir die schöne Atmosphäre beim Wickeln auch wieder herstellen. Dazu braucht es nur ein bisschen Selbstdisziplin und die Beobachtung was unser Baby jetzt braucht. Dazu gehört als allererstes die volle Aufmerksamkeit von uns. Aus eigener Erfahrung neige ich immer wieder dazu, mein Kind nebenbei zu wickeln. Also währenddessen meiner Tochter noch etwas zu erklären, in Gedanken versunken zu sein oder mit irgendeiner Sache beschäftigt zu sein. Schon wenn ich meinen Sohn auf den Wickeltisch setze, hat er keine Lust darauf. Nehme ich mir aber ganz bewusst Zeit nur für ihn und lasse das Wickeln eine schöne Zeit für uns beide werden, so sieht es schon ganz anders aus. Nun entspannt er sich und spürt, dass ich ausschließlich Zeit für ihn habe und die Berührungen beim Wickeln angenehm sind. Uns geht es ja ähnlich. Bitten wir beispielsweise unseren Partner um eine Rückenmassage und er tut es nur wiederwillig und nebenbei mit anderen Dingen beschäftigt, dann löst das alles in uns aus, aber keine Entspannung und keine angenehme Atmosphäre.


Einen zweiten wichtigen Punkt hat Emmi Pickler in ihrem Buch „Entspannte Babys- zufriedene Mütter“ beschrieben. Unsere Babys wollen nicht einfach passiv alles über sich ergehen lassen sondern sie wollen mithelfen. Und es ist unglaublich, wie viel dieses kleine Wesen versteht und schon kann. So hebt es brav sein Füßchen aus den Strümpfen, zieht sich die Strumpfhose alleine aus oder nestelt bereits an der Windel und probiert sie auszuziehen. Je größer es wird, desto mehr kann es dabei mittun. Wie groß ist die Freude, wenn es einen eigenen Waschlappen bekommt und sich auch mit waschen darf. Zu Beginn braucht es ein bisschen Zeit bis unser Baby versteht was wir meinen, deshalb ist es gut, alle Schritte die wir beim Wickeln machen auch mit Worten zu begleiten. Allmählich spürt es: Wenn Mama etwas zu mir sagt und dabei an der Strumpfhose mein Füßchen bewegt, dann muss ich es da herausziehen usw. Mit der Zeit wird es immer kreativer um beim Ausziehen, Wickeln und Waschen helfen zu können. Und ganz nebenbei erweitert es seinen Wortschatz und seine motorischen Fähigkeiten. Im Trubel des Alltags entsteht plötzlich wieder eine kleine Auszeit in der nur ihr beide einfach mal Zeit füreinander habt.


Literatur:

Pickler, Emmi (2013): Friedliche Babys- zufriedene Mütter. Pädagogische Ratschläge einer Kinderärztin. Herder Verlag. 4. Auflage. Freiburg im Breisgau

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