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  • Marietheres

Spielekisten für die ganz Kleinen ermöglichen ein intensives Spielen

Wenn die Kleinen zu robben und zu krabbeln beginnen, eröffnet dies Welten. Nun können sie selbst durch die Räume ziehen und sich eigenständig die Dinge anschauen, die sie möchten. Sie haben also einen ganzen Schwung Autonomie dazu gewonnen. Es ist die Zeit in der sie vor allem die verschiedensten Gegenstände mit all ihren Sinnen erforschen. Sie betrachten diese, testen sie in ihren Bewegungen, hören auf die Geräusche die entstehen und erforschen ihre Beschaffenheit mit Zunge und Mund.

Meist ziehen sie durch den Raum, öffnen Schubläden und Schränke und widmen sich mit Hingabe den Gegenstände darin. Wenn wir unserem Kind ein Weilchen dabei zusehen, dann können wir manchmal erkennen, dass es sich für ganz bestimmte Tätigkeiten oder Gegenstände interessiert. Sind es vielleicht kleine Bälle und Kugeln, die es in seiner Bewegung testet und laut lachend hinterher krabbelt wenn sie davon rollen? Sind es die Küchenutensilien, die so schön glänzen oder vielleicht Schachteln die man öffnen und schließen kann?


Die Kinderärztin Emmi Pickler beschreibt in ihrem Buch "Friedliche Babys- zufriedene Mütter" sehr anschaulich und praktisch, wie wir die Spiele der Kleinen unterstützen können. Dabei besteht unsere Aufgabe nicht darin, unserem Kind so viel Spielzeug wie möglich zu präsentieren oder ihm zu zeigen, wie es damit spielen kann. Viel mehr legt sie großen Wert darauf, dass wir unser Kind beobachten, schauen womit es sich beschäftigt, welche Spielideen es daraus entwickelt und was es dabei alles lernt. So lernt das kleine Baby zum Beispiel das Werfen, indem es Gegenstände, die es gerne mag, wegwirft. Es erfährt etwas über die Beschaffenheit des Gegenstandes, wie er sich werfen lässt und übt dabei die Handbewegung für das Werfen. Emmi Pickler sieht unsere Aufgabe vor allem darin, das Spiel unseres Kindes zunächst zu beobachten und ihm dann genau das, was es gerade besonders interessant findet anzubieten.

Seitdem mein kleiner Sohn nun fleißig durch unsere Wohnung zieht, habe ich angefangen, ihm ab und zu Spielekisten bereit zu stellen.

Dabei verwende ich eine für ihn überschaubare Kiste und fülle sie mit den Gegenständen, die derzeit besonderes Interesse in ihm hervorrufen.



Schon nach kurzer Zeit ist er völlig vertieft ins Spiel, nimmt jeden einzelnen Gegenstand, untersucht ihn mit Händen und Mund und legt ihn nach einer Weile beiseite um sich dem nächsten zu widmen.

Gerade wenn er unruhig oder unzufrieden wird oder auch wenn seine Schwester einmal ohne sein Zutun spielen möchte, ist dies eine anregende Umgebung, die ihn zu einem intensiven Spiel einläd.


Meist zieht es auch die Geschwisterkinder magisch an und sie beginnen gemeinsam mit den Kisten zu spielen.


Literatur:

Pickler, Emmi (2013): Friedliche Babys- zufriedene Mütter. Pädagogische Ratschläge einer Kinderärztin. Herder Verlag. 4. Auflage. Freiburg im Breisgau


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