• Maren

Wie wichtig ist die frühe Förderung unserer Kinder?

Im letzten Artikel haben wir über die Wichtigkeit des Spielens für einen erfolgreichen Lerner geschrieben. Um das kindliche Lernen aus allen Perspektiven zu betrachten, möchten wir uns in dieser Woche mit der Hirnforschung beschäftigen. Es ist ein unheimlich spannendes Feld, dass sich lohnt genauer zu beleuchten und deren Inhalte wir euch nicht vorentalten möchten.



Seit einiger Zeit hören wir uns Vorträge zu diesem Thema an und haben einiges an Literatur verschlungen. Besonders fasziniert hat uns die Tatsache, wie viele Jahre schon ziemlich klar ist, wie Kinder lernen. Dennoch spiegelt sich das Wissen im Alltag mit unserem Nachwuchs kaum.

Wolfgang Bergmann, ein bekannter Neurowissenschaftler, hat bereits 2011 ein Buch veröffentlicht mit dem Titel: "Lasst eure Kinder in Ruhe! Gegen den Förderwahn in der Erziehung".



Er beschreibt Lernen mit folgenden Worten: "Alles Lernen ist ein Erfahrungslernen. Womit ein Kind sich beschäftigt, wovon es fasziniert, hingerissen oder erschüttert oder hocherfreut ist und was seine Körperlichkeit zugleich erreicht- all das wirbelt durch den kleinen Kopf und stellt Verknüpfungen her, die zur geistigen Wachheit führen." (S.9)

Lernen ist vor allem mit Emotionen verbunden. Auch wir Erwachsenen nehmen neues Wissen schneller auf, wenn wir Interesse daran haben oder gar fasziniert davon sind.

Interessant sind auch Studien, die zeigen, welche Gehirnareale aktiv sind beim Spielen im Vergleich zu Frühfördergruppen sind. Die Bildgebenden Verfahren zeigen, dass beim alleinigen Beobachten eines Vogels eine Fülle von Gehirnaktivitäten stattfinden und nahezu alle Verschaltungen zwischen den Hirnarealen hoch aktiv sind. Kinder lernen über alle Sinne und nehmen unendlich viele Informationen auf.



In Frühfördergruppen, egal welcher Qualität und Thematik, konnte diese Fülle der Hirnaktivitäten nicht nachgewisen werden. Nur wenige Bereiche zeigt

en eine Aktivität.

Gerade auch Fremdsprachen sind im frühen Kindesalter kaum nutzbringend, da Kinder das normalerweise sinnlich erlebte Bild einer Blume nun durch einen "astrakten Wortschnipsel" ersetzen. Sie versuchen die Wörter auswendig zu lernen.



Da die Sprache fremd ist und nichts mit dem vertrauten Sprachklang der Eltern gemein hat, können keine Verbindungen zu anderen Bereichen im Gehirn aktiviert werden. Das Kind behält allenfalls die Vokabel und verbindet mit dem Wort "Flower" keine Erfahrungen oder sinnlichen Eindrücke.



Mich haben die Worte des Autoren sehr nachdenklich gemacht, da seit einigen Jahren die Frühfördergruppen boomen und nahezu alle Kinder mehrere Kurse in der Woche besuchen. Auch Kindergärten bieten Förderprogramme wie Englisch, Musik oder Sport an. Überall wird uns Eltern suggeriert, wie wichtig es ist, dass unsere Kinder optimal für das Leben und die Schulzeit vorbereitet sind. Doch wo sind die Stimmen, die uns beruhigen und uns zeigen, wie viel mehr Kinder im eigenen Erforschen und Experimentieren lernen, wenn sie denn die Zeit dazu haben?



Eigentlich wissen unsere Kinder sehr genau, welcher Entwicklungsschritt für sie der nächste ist und feilen unermüdlich an ihrem Können. Häufig fehlt dazu den Kindern einfach genügend Zeit, um sich ihren Impulsen zu widmen. Wir Eltern dürfen also ruhig etwas entspannter sein, wenn unsere Kinder nicht so viele Frühförderprogramme besuchen wie die Nachbarskinder und uns freuen, dass wir ihnen die beste Förderung überhaupt angedeihen lassen, in dem wir ihnen Zeit geben sich zu entfalten.


Ab kommender Woche unterbrechen wir unsere Vorschulreihe und werden mit vielen weihnachtlichen Beiträgen und Ideen, ganz im Sinne des Festes der Liebe, in die Vorweihnachtszeit starten.



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