• Maren

Wir holen den Winter nach Hause

Nachdem die Welt in den letzten Wochen durch all die Weihnachtslichter hell erleuchtet war, hat nun in vielen Haushalten der normale Alltag wieder begonnen. Auch wir haben nach dem Dreikönigstag am 6. Januar all die Weihnachtsdekorationen weggeräumt. Und auch wenn ich die Weihnachtszeit sehr liebe, habe ich es in diesem Jahr als Befreiung empfunden. Bei den Kindern jedoch war die Wehmut groß, denn sie haben die festliche Zeit sehr genossen und plötzlich eine Leere empfunden. Also haben wir gemeinsam überlegt, was sich an die Weihnachtszeit anschließt und uns mit dem Winter beschäftigt. Auch wenn in der Natur die Temperaturen alles andere als winterlich sind und der viele Nieselregen aufs Gemüt schlägt, haben wir unseren Jahreszeitentisch mit all den Dingen geschmückt, die zu einer richtigen Winterlandschaft gehören.



Dazu habe ich aus Märchenwolle einen König Winter und ein Mütterchen Tau gebastelt, sowie einen kleinen Jungen mit Schlitten und Schneebällen. Ein Schneemann gehört natürlich ebenfalls ins Bild. Der König Winter führt ein strenges Regiment über Eis und Schnee und lässt die Welt erstarren. Nicht selten jedoch ist Mütterchen Tau zur Stelle und gibt die ersten Frühjahrsblüher frei.



Die Kinder durften das erste Mal mit mir gemeinsam an den Figuren arbeiten. Da die Nadeln beim Filzen sehr spitz sind, ist das ganz Selbstständige noch nicht so einfach. Doch viele Tätigkeiten, wie das Umwickeln von Pfeifenreinigern für Arme und Beine oder das Nähen kleiner Hosen sind für die Kinder auch schon Dinge zum Mittun.



Mir ist es wichtig, mit der gemeinsamen Arbeit und dem Aufbauen des Jahreszeitentisches ein Gespür für die jeweiligen Jahreszeiten zu entwickeln und mit dem Wissen darüber die Natur wahrzunehmen. In der Vorschulzeit können diese Dinge noch ganz spielerisch und wie selbstverständlich zum Alltag gehören. Es kann mit viel Fantasie kleine Geschichten dazu erdacht werden und so die Merkmale der Jahreszeiten erlebbar gemacht werden.

Auch im Bücherregal haben wir die Weihnachtsbücher aussortiert und durch Wintergeschichten ersetzt. Dabei gibt es natürlich auch Geschichten über Tiere und Menschen, die immer im Schnee leben wie die Eskimos, Eisbären oder einige Pinguine. In diesen Büchern kommen manchmal Begriffe vor, die den Kindern noch unklar sind und da sich meine Mädchen mit dem Wort Iglu schwer tun und immer wieder nachfragen, haben wir für unsere Eisbären eine Winterlandschaft inkl. einer Bärenhöhle in Form eines Iglus nachgebaut. Für die Kinder war dabei interessant, wie Menschen sich aus Eisblöcken richtige Behausungen bauen können. In unserem Fall hatten wir sie für die Eisbären hergestellt auch wenn wir natürlich thematisiert haben, dass Bären eine solche Höhle nicht bauen würden.


Die Kinder hatten riesige Freude daran die kleinen Bausteine aufeinander zu kleben und lernten ganz nebenbei, was man unter dem Begriff versteht. Sollte der Winter in diesem Jahr bei uns noch Einzug halten, wäre es natürlich auch spannend das Ganze einmal richtig zu bauen.

Inzwischen sind die Kinder selbst im Bastelfieber und überlegen was noch alles zum Winter gehört. Es ist schön, dass sich solche Aktivitäten verselbstständigen und dann auch ganz eigene Ideen entwickelt werden. Auch in ihren Bildern kann man nun diese Dinge sehen und wahrnehmen, dass sie all das verinnerlichen und Freude daran haben.



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