• Marietheres

Wunschlos glücklich? Von was träumen unsere Kinder noch?

Kennt ihr diese großen Wünsche der Kindheit noch, auf die man lange gespart hat und mit Hoffen und Bangen immer wieder darüber nachgedacht hat, ob man sie wirklich bekommt? Als Kind habe ich mir immer ein Püppchen gewünscht mit echten Wackelaugen. Immer wieder habe ich diesen Wunsch meinen Eltern vorgetragen und ihnen mit meinen genauen Vorstellungen in den Ohren gelegen. Die Zeit des Wartens kam mir schier endlos vor. Mir war aber auch klar, dass man solche Dinge nicht einfach so bekommt, sondern zu einem besonderen Anlass und es auch vorkommen konnte, dass ein Wunsch gar nicht erfüllt wurde. Und als ich endlich eine dieser Puppen bekam, hütete ich sie wie meinen Augapfel.


Kennen unsere Kinder dieses Warten auf einen sehnlichsten Wunsch überhaupt noch? Manchmal betrachte ich an Weihnachten all die Geschenke, die meine Töchter bekommen und ich frage mich, ob ich als Kind je so eine Fülle erlebt habe. Obwohl wir uns als Eltern immer nur für ein Geschenk für jedes Kind entscheiden, kommt doch eine große Masse durch Verwandte, Bekannte, Kindergärten u.ä. zusammen. Inzwischen verteilen wir die Geschenke über einen längeren Zeitraum, was jedoch dazu führt, dass meine Kinder glauben, dass Geschenke etwas völlig alltägliches sind.

Unsere Kinder leben in einer Zeit, in der alles nur ein Mausklick entfernt ist und durch Blitzversand auch schon am nächsten Tage eintrifft. Viele Kinder sind sich sicher, dass sie jeden Wunsch haargenau so bekommen werden, wie sie es beschrieben haben und machen sich wenig Gedanken, ob ein Wunsch überhaupt erfüllt wird oder nicht. So hat sich unsere Zeit einfach verändert, aber ist es gut, dass Kinder gar nicht mehr lernen auf etwas zu verzichten oder sich auf etwas hinzufreuen? Was lernt man eigentlich, wenn nicht alles sofort verfügbar ist? Zum einen schult es den Willen. Ich lerne an einem Wunsch festzuhalten und hartnäckig nach Wegen zu suchen, damit dieser in Erfüllung geht. Gerade im Erwaschenenalter ist dies eine wichtige Tugend. Zum anderen erhalten unsere Wünsche auch wieder einen besonderen Stellenwert. Wenn ich alles bekomme und das vielleicht auch sofort, dann hat es keinen besonderen Wert. Es ist jederzeit austauschbar. Aber was ist mit den Herzensdingen? Eine Sache, die man sich so lange wünscht und irgendwann bekommt man sie. Diese Sache ist dann etwas besonderes, sie ist nicht austauschbar sondern wertvoll.


Ein ganz einfaches Experiment, um diesem Ziel wieder ein bisschen näher zu kommen, steht für uns alle gerade vor der Tür:

In vielen christlichen Traditionen gibt es nach dem Aschermittwoch eine 40 Tägige Fastenzeit. Ursprünglich fasteten die Mönche mit Fleisch in dieser Zeit. Heute fasten die Menschen vor allem mit Dingen, die sie besonders mögen zum Beispiel Süßigkeiten, Fernsehen usw. Innerhalb der 40 Tage müssen sie also stark bleiben und auf etwas verzichten, was sie besonders mögen. Das schult natürlich den Willen ungemein und was passiert dann zu Ostern? Jetzt wird die Wurst, die Süßigkeiten oder das Fernsehen plötzlich wieder zu etwas besonderem und voller Stolz blickt man auf die Zeit zurück, in der man das Fasten ausgehalten hat.



Auch mit kleinen Kindern (ab 3 oder 4 Jahren) kann man gemeinsam die Fastenzeit ausprobieren. Da die Kleinen das natürlich noch nicht selbst steuern können, solltet ihr ein Familienziel festlegen- also die ganze Familie fastet mit der gleichen Sache. Gerade als Familie ist es spannend, gemeinsam eine solche Zeit zu meistern.

8 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen