• Maren

Die Sprache der Wertschätzung

Aktualisiert: 23. Mai

"Die Worte die wir aussprechen, können wir nie zurückholen."


Wörter haben eine immense Bedeutung und doch gehen wir häufig sehr achtlos damit um.

Wie schnell rutscht uns gegenüber unseren Kindern etwas heraus, was sie klein macht. "Du bist aber auch ein Tollpatsch, ständig schmeißt du etwas um!", "Mathematik liegt dir einfach nicht!" oder "Sportlich bist du nun wirklich nicht!"



Worte bewirken etwas in uns

Die Worte, die wir nutzen, können Menschen stärken, aber auch schwächen, belustigen oder traurig stimmen. Wörter haben so viel Kraft, dass wir gut darauf achtgeben sollten, wie wir sie unseren Mitmenschen gegenüber einsetzen.

Viel mehr noch sollten wir in der Sprache mit unseren Kindern eine achtsame Haltung aufbauen, was wir ihnen gegenüber von uns geben. Jeder kennt sicher die ein oder andere Suggestion, die sich in der eigenen Kindheit aufgebaut und manifestiert hast.



Meine Geigenlehrerin hatte immer eine genaue Vorstellung, was einen guten Schüler ausmacht. Für sie waren es die perfekten Fingerkuppen, die ein gutes Üben überhaupt möglich machten. Doch die hatte ich nicht. Schnell ließ meine Motivation nach und ich quälte mich viele Jahre durch Techniken und perfekte Haltungen, die ich ihrer Meinung nach niemals erreichen konnte. In späteren Jahren erlernte ich Klavier. Auch hier hatte ich Sorge, dass meine Fingerkuppen wieder einen Strich durch die Rechnung machen würden. Doch das taten sie nicht, denn es war für diese Lehrerin kein Kriterium. "Wer mit Leidenschaft lernt, kann alles schaffen", war ihr Motto und damit machte das Üben Spaß.

Suggestionen können zum Glaubenssatz werden, die uns unser ganzes Leben lang begleiten.


Damit unsere Kinder starke und selbstbewusste Persönlichkeiten werden, müssen wir ihnen wertschätzend und motivierend gegenübertreten.

Jeder Satz, kann zu ihrer Wahrheit werden, die sie im späteren Leben mit sich herumtragen und nur schwer wieder los werden.



Experimente mit Erwartungshaltungen

1965 wiesen Rosenthal und Jacobson mit einem Experiment an einer US Volksschule nach, dass sich positive Erwartungen an Schüler bewahrheiten können. Wir sprechen hier von dem sogenannten Pygmalion Effekt. Jacobson und Rosenthal informierten Lehrer darüber, dass Kinder kurz vor einem Entwicklungssprung standen und sich im nächsten Schuljahr enorm in der Leistung steigern würden, da sie überdurchschnittlich begabt seien.

Die Kinder waren nach dem Zufallsprinzip ausgewählt worden und zeigten im darauffolgenden Jahr tatsächlich deutlich bessere Ergebnisse. Die informierten Lehrer haben also in diesem Jahr die Kinder auf Grund der positiven Erwartungen unbewusst, intensiver gefördert, sodass sie tatsächlich bessere Leistungen vorwiesen. Die Kinder, an die man keine große Erwartung hegte, blieben auf ihrem Niveau.



Den gegenteiligen Effekt hat man in einem anderen Experiment nachgewiesen. Hier wurden Kinder mit negativer Erwatungshaltung in Verbindung gebracht. Der sogenannte Golem Effekt bewirkte, dass diese Kinder die Eigenschaften annahmen und danach handelten. Auch hier erkennt man die sich selbsterfüllende Prophezeiung.


Nutzen wir Worte der Liebe und geben unseren Kindern Flügel

Trauen wir unseren Kindern etwas zu und stärken wir sie mit positiven Erwartungshaltungen, so werden sie sich diese zu eigen machen und an ihre Kraft und ihr Können glauben. Machen wir sie klein, werden sie nur mit Mühe diese Glaubensmuster auflösen können. Wie uns diese und viele andere Experimente zeigen, wirkt es sich positiv auf das Selbstbild der jungen Menschen aus und hilft ihnen später gestärkt und mit Leichtigkeit ihr Leben zu bestreiten. Wir Eltern können uns in unserer Sprache beobachten und uns eine positive, stärkende Wortwahl aneignen. Sie hilft nicht nur unseren Kinder, Mitmenschen sondern auch uns glücklicher durch unser Leben zu gehen.

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