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  • Marietheres

Wenn Kinder lernen: Ich kann es wieder gut machen!

Sicher kennt ihr alle diese Momente, in denen ihr das Zimmer betretet und euer Kind ganz vertieft beschäftigt ist. Aber nicht etwa mit Spielen... Nein es bemalt in den schönsten Farben die Wände oder schnitzt mit seiner Schere an der Schrankkante entlang oder es spielt bei einem Spiel mit dem Geschwisterkind so wild, dass dieses sich verletzt.



Nicht selten sind das Momente in denen wir entweder sprachlos sind oder aber einfach nur ärgerlich. Wie oft schimpft man dann mit dem Kind und schiebt es zur Seite um sich um den Schaden zu kümmern. Für euer Kind ist diese Reaktion jedoch eine verlorene Gelegenheit, zu lernen, dass man Dinge wieder gut machen kann. In den meisten Fällen passieren solche Dinge nicht mutwillig um uns zu ärgern. Es ist meist ein Spiel was euer Kind gerade spielt. Vielleicht ahmt es den Maler nach, der letzte Woche die Wände gestrichen hatte oder macht in seinem Garten ein großes Feuer, wie es das bei seiner Oma gesehen hat.

Gerade weil sie es nicht mit böser Absicht machen, erschreckt es sie sehr, wenn wir so wütend reagieren. Klar muss unser Kind lernen, das beispielsweise Schränke und Wände tabu sind und auch das kleine Geschwisterchen noch vorsichtig behandelt werden muss, aber es lernt das besser, wenn wir dies ruhig erklären und unser Kind dabei mit einbeziehen, den Schaden zu beheben. Es spürt was es bedeutet sich um den Schaden zu kümmern- vielleicht auch wie lange das dauert und wie mühsam es ist. Und dabei zu helfen, das macht es gern, denn es möchte es uns ja recht machen.


Unser kleiner Sohn ist beispielsweise gerade in einem Alter wo seine Schwester nun allmählich etwas mit ihm anfangen kann. Also ziehen die beiden miteinander los und natürlich wird es auch immer wieder zu wild. Und so passieren fast täglich dabei Unfälle. An einem Tag werden die kleinen Fingerchen eingeklemmt, am nächsten verletzt er sich die Zunge weil er im wilden Spiel hinfällt. Nach der ersten Schrecksekunde die mich dabei ereilt, ist es jetzt aber interessant einmal das große Kind zu beobachten. Es flitzt eifrig hin und her und möchte helfen. Und wie stolz ist es dann, wenn es Eis aus dem Gefrierschrank holen kann und dem kleinen Bruder ein Kühlpaket vorbereitet oder ihm seine Lieblingsbücher holt und ihm vorliest. Durch das Mittun bleibt es nicht mit dem Gefühl stehen, den kleinen Bruder verletzt zu haben sondern es spürt, dass es etwas Wichtiges dazu beitragen kann, damit es ihm wieder besser geht. Egal um welche Situation es geht, helfen Kinder meist mit großer Freude dabei, den Schaden wieder gut zu machen. Und der Effekt ist beispielsweise viel größer als das Antrainieren einer Entschuldigung.

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