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  • Marietheres

Der Akku meines Kindes ist leer- wie schaffe ich Ruheinseln?

Mit Sicherheit kennt ihr alle den Moment, wo der Alltag unser Kind so gefordert hat, dass es einfach geschafft ist. Unser Kind ist förmlich durch den Wind, einfache Regeln gelten plötzlich nicht mehr, ein vertieftes Spielen ist nicht möglich und der restliche Tag artet in Stress und lautem Geschrei aus. Es ist also höchste Zeit eine Pause einzulegen und unserem Kind die Gelegenheit zu geben zur Ruhe zu kommen und all die erlebten Eindrücke zu verarbeiten. Doch wie mache ich das?



Der Ort ist das Wichtigste

Zunächst ist es wichtig, dass dein Kind das Gefühl von Geborgenheit bekommt und das entsteht am besten an einem Ort wo es sich gut auskennt und sich fallen lassen kann. Das ist natürlich in erster Linie das eigene Zuhause. Es sind aber auch Plätze in der Natur möglich, die es schon gut kennt, der eigene Garten oder ein bekannter Spielplatz. Die wichtigsten Kriterien für so einen Ort sind:

  • dein Kind sollte ihn gut kennen

  • er sollte so wenig (neue) Eindrücke wie möglich haben

  • dein Kind sollte sich so wenig wie möglich mit anderen auseinandersetzen müssen (bspw. mit anderen Kindern spielen, Spielzeug aushandeln usw.)



Dein Kind hat jetzt Zeit

Genau wie wir nach einem anstrengenden Tag einfach Zeit für uns haben möchten, brauchen Kinder das auch. Du solltest jetzt also nichts abverlangen. Termine die vielleicht noch anstehen, dürfen auch einmal abgesagt werden. Am besten setzt du dich zu deinem Kind auf den Fußboden oder suchst dir selbst eine Aufgabe die auch dich zur Ruhe bringt. Dadurch gibst du Zeit, eine Tätigkeit zu finden, die deinem Kind Freude macht. Das kann manchmal eine Weile dauern, denn es muss ja selbst erst einmal zur Ruhe kommen. Aber meist lohnt es sich ein wenig abzuwarten.



Schaffe Klarheit

Bei uns werden solche Tage meist damit begleitet, dass nichts recht ist. Erst möchte unser Kind die eine Sache und im nächsten Moment sollte es etwas ganz anderes sein. Dieses Spiel könnte dann ewig so weitergehen. Das liegt einfach daran, dass Kinder in Momenten in denen sie keine Kraft mehr haben von Entscheidungen und Wünschen einfach überfordert sind. Das ist der Moment in dem du die Führung übernehmen solltest und manche Diskussionen durch eine eigene Entscheidung beendest. Das tut vor allem deinem Kind in diesem Moment gut, weil es spürt, dass es sich einmal fallen lassen darf und jemand weis was gerade das Richtige ist.



Auseinandersetzungen vermeiden

Wenn dein Kind keine Energie mehr hat, dann kann auch ein gemeinsames Spiel mit anderen Kindern zu viel sein. Verlange also nicht, dass es nun beispielsweise in freudiger Eintracht mit seinem Geschwisterchen spielt. Es ist auch völlig in Ordnung wenn es einmal für sich allein spielen möchte. Dann bekommt das Geschwisterchen eben eine andere schöne Spielsache.



Beobachte dein Kind

Nicht jedes Kind braucht das Gleiche um wieder Energie tanken zu können. Deshalb ist es gut, sich jetzt die Zeit zu nehmen und genau zu beobachten. In den meisten Fällen suchen sich Kinder genau das was sie gerade brauchen. Vielleicht kuschelt es sich in eine Decke, die nach Mama oder Papa riecht. Vielleicht braucht es aber auch großes Papier um in großen Bewegungen zu malen oder es sucht sich den hintersten Winkel der Wohnung um dort zu spielen. Wenn du eine Ahnung davon hast, was deinem Kind gut tut, dann unterstütze es darin. Stelle zum Beispiel großes Papier zur Verfügung oder sorge für kuschelige Decken und Kissen usw.



Spiele die Begrenzung geben

Wenn unsere Tochter sich verausgabt hat, dann spüren wir es spätestens darin, dass sie eifrig Buden, Höhlen oder Maulwurfshügel baut. Sie alle haben eins gemeinsam- sie sind so klein, dass sie geradeso hinein passt. Das hat auch einen Sinn, denn wenn sich Kinder verausgaben, dann brauchen sie wieder das Gefühl von Begrenzung. Und dies geschieht zunächst am besten durch eine äußere Begrenzung, wie zum Beispiel eine kleine Bude, eine kleine Ecke in der Wohnung oder die größte und dickste Decke zum einschlafen.





Etwas für die Seele

Eigentlich können wir viele Dinge, die uns gut tun auch bei unseren Kindern anwenden. Wer kennt nicht die tröstliche Wirkung von einem heißen Pudding, einem schönen Tee oder Kakao usw. Gerade die typischen Kinderessen wie Milchreis, Griesbrei oder ein Pudding können ein bisschen Geborgenheit vermitteln und für neue Energie sorgen.



Eine heiße Badewanne

Auch wenn vielleicht gerade kein Badetag ist, kann eine heiße Badewanne für einen schönen Ausklang des Tages sorgen und vor allem auch durch ihre beruhigende Wirkung einen wichtigen Beitrag für eine ruhige Nacht leisten. Denn alles was am Tag nicht verarbeitet werden konnte, geschieht in der Nacht.


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